Picnic GmbH liefert Lebensmittel kostenlos nach Hause, verspricht täglich die günstigsten Preise gegenüber Edeka, Rewe und Aldi und betreibt dabei eine rein elektrische Flotte. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Diese Erfahrungen zeigen, für wen Picnic wirklich eine gute Wahl ist, wo der Dienst Grenzen hat, und worauf man vor der ersten Bestellung achten sollte.
Was ist Picnic und wie funktioniert der Service?

Picnic ist ein App-basierter Online-Supermarkt aus den Niederlanden, der 2015 gegründet wurde und seit 2018 auch in Deutschland liefert. Der Dienst funktioniert ohne stationäre Läden: Kunden bestellen ausschließlich über die Picnic-App, und die Lieferung erfolgt direkt vor die Haustür. Die gesamte Flotte besteht aus 100 Prozent elektrischen Fahrzeugen, was den CO2-Fußabdruck der Lieferung gegenüber konventionellen Lieferdiensten deutlich reduziert.
An der deutschen Picnic GmbH ist Edeka Rhein-Ruhr mit 35 Prozent beteiligt. Das erklärt die enge Verflechtung mit dem deutschen Lebensmittelhandel und stellt sicher, dass viele Produkte aus etablierten Handelsstrukturen stammen.
Wichtige Kennzahlen im Überblick:
Gründungsjahr: 2015 (Niederlande) Deutschland-Start: 2018 Sortiment: rund 10.000 Produkte Lieferkosten: kostenlos ab 45 Euro Mindestbestellwert Trustpilot-Bewertung: 4,0 von 5 Sternen (3.700+ Bewertungen) Lieferfahrzeuge: 100 Prozent elektrisch
Anmeldung und erste Bestellung: Wie einfach ist der Einstieg?
Wer Picnic nutzen möchte, lädt die App herunter und registriert sich mit der eigenen Postleitzahl. In Regionen, die Picnic bereits gut erschlossen hat, startet man direkt. In neuen Liefergebieten können Wartelisten bestehen, auf denen man einige Tage bis Wochen warten muss, bevor man die erste Bestellung aufgeben kann.
Der Grund für diese schrittweise Erschließung liegt im sogenannten Milchmann-Prinzip: Picnic liefert entlang fester Routen, ähnlich wie früher der Milchmann im Kiez. Das macht die Lieferung kosteneffizient und ermöglicht die kostenfreie Zustellung, bedeutet aber auch, dass neue Stadtteile und Regionen erst nach und nach eingebunden werden.
Ist der Zugang aktiv, bestellt man bis spätestens 13 Uhr für die Morgentour des nächsten Tages oder bis 22 Uhr für die Abendtour. Die App ist übersichtlich aufgebaut: Produkte sind in Kategorien sortiert, jedes Produkt hat ein Foto, und der Checkout läuft in wenigen Schritten durch. Kurz vor der Lieferung kommt eine Push-Benachrichtigung mit dem genauen 20-Minuten-Fenster. Der Fortschritt lässt sich live in der App verfolgen, vergleichbar mit einem Taxi-Tracking.
Die Liefererfahrung: Pünktlichkeit, Fahrer und Ablauf

Picnic liefert montags bis samstags in zwei Zeitblöcken: 8 bis 14 Uhr und 14 bis 22:30 Uhr. Aus diesem Zeitraum wird jedem Kunden ein 20-Minuten-Fenster zugeteilt, das kurz vor der Ankunft per Benachrichtigung bestätigt wird.
Pünktlichkeit gehört zu den am häufigsten gelobten Punkten in Kundenerfahrungen von Picnic. Fahrer werden regelmäßig als freundlich und hilfsbereit beschrieben. Ein praktisches Detail, das in vielen Erfahrungsberichten positiv erwähnt wird: Wer leere Pfandflaschen oder Tragetaschen von früheren Lieferungen zurückgeben möchte, kann das direkt beim nächsten Fahrer erledigen, ohne selbst zum Supermarkt fahren zu müssen.
Gelegentlich berichten Kunden von fehlenden Artikeln in der Lieferung. Das passiert, wenn ein Produkt an dem Tag nicht mehr verfügbar war. Picnic bietet in solchen Fällen Kundenservice über WhatsApp an, der laut Erfahrungsberichten schnell antwortet und unkompliziert eine Gutschrift oder Rückerstattung ermöglicht.
Sortiment und Produktqualität: Wie gut ist die Auswahl?
Mit rund 10.000 Produkten deckt Picnic den normalen Wocheneinkauf eines durchschnittlichen Haushalts gut ab. Das Sortiment reicht von frischem Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch über Milchprodukte und Backwaren bis hin zu Tiefkühlware, Haushaltsartikeln und Kosmetik. Einzelne Kategorien werden von regionalen Lieferanten bestückt: Käse von lokalen Käsereien, Brot von Bäckereien, Fleisch von Metzgereien.
Die Edeka-Eigenmarke Gut und Günstig ist im Sortiment vertreten und bietet preisgünstigere Alternativen in vielen Kategorien.
Im Vergleich zu einem klassischen Vollsortimenter wie Rewe oder Kaufland, der 20.000 bis 40.000 Artikel führt, ist das Sortiment von Picnic kleiner. Wer sehr spezifische Produkte oder eine breite Markenauswahl bei Spezialitäten sucht, wird nicht immer fündig. Für den normalen Wocheneinkauf, Grundzutaten, frische Produkte und Haushaltsartikel reicht das Angebot bei Picnic aber gut aus.
Produktkategorien bei Picnic: Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Milch und Käse, Brot und Backwaren, Tiefkühlprodukte, Getränke, Haushalt und Reinigung, Babyprodukte, Kosmetik und Körperpflege, Fertiggerichte und Snacks.
Sind Picnic-Preise wirklich günstiger? Der Preischeck
Picnic garantiert, täglich seine Preise mit Edeka, Rewe, Aldi, Lidl, Kaufland und DM zu vergleichen und sie bei Unterschieden automatisch nach unten anzupassen. Das klingt nach einem Marketingversprechen, wird aber durch unabhängige Praxistests gestützt.
In einem dokumentierten Erstbestellungstest lag ein vergleichbarer Warenkorb bei Picnic bei 29,52 Euro, beim lokalen Lebensmittelhändler bei 33,67 Euro, also rund 12 Prozent günstiger. Der Preisunterschied war besonders bei Frischprodukten wie Eiern und Tomaten deutlich. Bei Markenprodukten lagen die Preise weitgehend auf dem gleichen Niveau.
Hinzu kommt der entscheidende Vorteil: Die Lieferung ist bei Picnic immer kostenlos. Bei Lieferdiensten, die 3 bis 6 Euro Liefergebühr verlangen, ist Picnic rechnerisch im Vorteil, selbst wenn die Produktpreise identisch wären. Für Haushalte, die regelmäßig dieselben Produkte in größeren Mengen kaufen, gibt es zusätzlich den Bündel-Bonus: Bei Mengenabnahme sinken die Stückpreise automatisch.
Bezahlung bei Picnic: Das musst du wissen
Picnic akzeptiert ausschließlich SEPA-Lastschrift und Sofortüberweisung. Kreditkarten, PayPal und andere gängige Online-Zahlungsmethoden stehen nicht zur Verfügung.
Akzeptierte Zahlungsmethoden:
- SEPA-Lastschrift (deutsches Bankkonto erforderlich)
- Sofortüberweisung
Für die meisten Nutzer mit deutschem Bankkonto ist das kein Problem. Wer jedoch kein deutsches Konto hat oder ausschließlich mit Kreditkarte oder PayPal zahlen möchte, kann Picnic nicht nutzen. Diese Einschränkung ist der mit Abstand häufigste Kritikpunkt in Kundenbewertungen. Klarna taucht in einigen Erfahrungen als Quelle von Verwirrung auf: Picnic nutzt Klarna-Infrastruktur im Hintergrund für den Betrugsschutz, Klarna erscheint aber nicht als Zahlungsoption am Checkout.
Liefergebiet: In welchen Städten ist Picnic verfügbar?
Picnic beliefert aktuell über 150 deutsche Städte. Der Schwerpunkt liegt klar in Nordrhein-Westfalen, wo der Dienst seit 2018 operiert und die Routendichte am höchsten ist. Dazu gehören Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Duisburg und viele weitere Städte in der Region.
Darüber hinaus baut Picnic die Präsenz in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Stuttgart und dem Münchner Raum zunehmend aus. In diesen Städten sind Teile des Stadtgebiets bereits erreichbar, andere Postleitzahlen noch nicht, was auf das schrittweise Routenausbau-Prinzip zurückzuführen ist.
Ob die eigene Adresse beliefert wird, zeigt die Picnic-App nach Eingabe der Postleitzahl sofort an. Wer noch nicht im Liefergebiet liegt, kann sich auf der Warteliste eintragen und wird benachrichtigt, sobald die Route ausgebaut wird.
Picnic Erfahrungen: Was Kunden wirklich sagen
Auf Trustpilot hat Picnic 4,0 von 5 Sternen aus über 3.700 Bewertungen. In den App-Stores schneidet der Dienst besser ab: 4,6 von 5 Sternen bei Android, 4,8 bei iOS. Das zeigt, dass die App selbst als sehr gut empfunden wird, während einzelne Service-Aspekte für Unzufriedenheit sorgen.
Was Kunden besonders loben:
- Pünktliche Lieferung mit engem 20-Minuten-Zeitfenster
- Freundliche und hilfsbereite Fahrer
- Benutzerfreundliche App mit übersichtlicher Produktnavigation
- Verlässlich frische Produkte bei Obst, Gemüse und Fleisch
- Kostenlose Lieferung ohne Vertrag oder Abo
Was Kunden kritisieren:
- Nur SEPA-Lastschrift und Sofortüberweisung akzeptiert
- Liefergebiet noch nicht flächendeckend in Deutschland, in manchen Gebieten Wartelisten
- Gelegentlich fehlende Artikel in der Lieferung
- Sortiment kleiner als in einem stationären Vollsortimenter
Insgesamt überwiegt das positive Feedback deutlich. Die häufigsten negativen Erfahrungen betreffen strukturelle Eigenschaften des Dienstes, nicht die Qualität der Lieferung selbst. Wer die Einschränkungen kennt und damit umgehen kann, erlebt Picnic in der Regel als zuverlässigen und praktischen Dienst.
Picnic im Vergleich zu anderen Lieferdiensten
Wer Erfahrungen mit Picnic macht, stellt sich oft auch die Frage nach Alternativen. Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
Rewe Lieferservice und Edeka liefern zwar breiter, verlangen aber Liefergebühren (meist 3 bis 5 Euro pro Bestellung) und bieten keine Preisgarantie gegenüber Discount-Händlern. Gorillas und ähnliche Sofortlieferanten liefern zwar innerhalb von Minuten, aber das Sortiment ist deutlich kleiner, die Preise höher und es fehlt die Niedrigpreis-Garantie.
Picnic schlägt diese Alternativen bei zwei entscheidenden Punkten: kostenlose Lieferung für regelmäßige Haushalte und struktureller Preisvergleich mit den großen Händlern. Der Schwachpunkt bleibt das eingeschränkte Liefergebiet und die fehlende Flexibilität bei Zahlungsmethoden.
Picnic Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile:
- Lieferung immer kostenlos, kein Abo nötig
- Kein Vertrag, jederzeit kündbar
- Tägliche Preisgarantie gegenüber sechs großen Händlern
- 100 Prozent elektrische Lieferfahrzeuge
- Pünktliche Lieferung mit 20-Minuten-Fenster und Live-Tracking
- Rund 10.000 Produkte inklusive frischer Regionalware
- Benutzerfreundliche App mit 4,6 bis 4,8 Sternen in den App-Stores
- Fahrer nehmen Pfandflaschen und Tragetaschen mit zurück
Nachteile:
- Nur SEPA-Lastschrift und Sofortüberweisung akzeptiert
- App-only, kein Desktop-Bestellportal
- Mindestbestellwert 45 Euro
- Liefergebiet noch nicht flächendeckend in Deutschland
- Kein Treueprogramm
- Sortiment kleiner als im stationären Vollsortimenter
Für wen lohnt sich Picnic? Das Fazit
Picnic ist eine gute Wahl für Haushalte in NRW, Hamburg oder Berlin, die ihren Wocheneinkauf regelmäßig über 45 Euro aufstocken, mit SEPA-Zahlung kein Problem haben und keine Zeit für den Supermarktbesuch aufwenden möchten. Die kostenlose Lieferung, die zuverlässige Pünktlichkeit und die Preisgarantie machen den Dienst für diesen Kundenkreis zur überzeugenden Option.
Weniger geeignet ist Picnic für Nutzer ohne deutsches Bankkonto, für alle die ausschließlich mit Kreditkarte oder PayPal zahlen, für ländliche Gebiete außerhalb des aktuellen Liefergebiets und für sehr kleine Haushalte, die selten über 45 Euro Wocheneinkauf kommen.
Kunden, die Erfahrungen mit Picnic bereits gemacht haben, berichten überwiegend positiv: Der Dienst tut verlässlich, was er verspricht. Die kostenlose Lieferung, die freundlichen Fahrer und die pünktliche Zustellung sind die Punkte, die immer wieder gelobt werden. Wer die strukturellen Einschränkungen kennt und akzeptiert, erlebt Picnic als deutliche Erleichterung im Alltag.
Die Verfügbarkeit der eigenen Adresse lässt sich direkt in der App prüfen, einfach Postleitzahl eingeben.
Häufige Fragen zu Picnic
Ist die Lieferung bei Picnic wirklich kostenlos?
Picnic liefert immer kostenlos, ohne Abo oder versteckte Gebühren. Der einzige Haken ist der Mindestbestellwert von 45 Euro: Wer darunter liegt, kann die Bestellung nicht abschicken.
Welche Städte beliefert Picnic in Deutschland?
Picnic beliefert über 150 deutsche Städte, mit klarem Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. Hamburg, Berlin, Frankfurt, Stuttgart und München werden zunehmend ausgebaut. Ob die eigene Adresse im Liefergebiet liegt, zeigt die App nach Eingabe der Postleitzahl.
Wie kann ich bei Picnic bezahlen?
Picnic akzeptiert ausschließlich SEPA-Lastschrift und Sofortüberweisung. Kreditkarten, PayPal und Klarna am Checkout stehen nicht zur Verfügung. Wer kein deutsches Bankkonto besitzt, kann den Dienst nicht nutzen.
Ist Picnic günstiger als Edeka oder Rewe?
Picnic vergleicht täglich seine Preise mit Edeka, Rewe, Aldi, Lidl, Kaufland und DM und passt sie automatisch an. In einem dokumentierten Praxistest war ein vergleichbarer Warenkorb bei Picnic rund 12 Prozent günstiger als beim lokalen Händler. Dazu kommt, dass keine Liefergebühr anfällt.
Kann man bei Picnic am gleichen Tag bestellen und geliefert bekommen?
Eine Lieferung am selben Tag ist nicht möglich. Bestellungen bis 13 Uhr werden am nächsten Morgen geliefert, Bestellungen bis 22 Uhr am Abend des nächsten Tages. Wer flexible Sofortlieferungen braucht, findet bei anderen Diensten flexiblere Optionen.
Wie zuverlässig ist Picnic?
Auf Trustpilot erreicht Picnic 4,0 von 5 Sternen aus über 3.700 Bewertungen, in den App-Stores sogar 4,6 bis 4,8 Sterne. Kunden loben besonders die pünktliche Lieferung mit engem Zeitfenster und die freundlichen Fahrer. Gelegentlich fehlen einzelne Artikel in der Lieferung, was laut Erfahrungen meist über den WhatsApp-Kundenservice schnell und unkompliziert geklärt wird.





