Lisa Benz

Geschäftsführerin und Gründerin

Lisa Benz ist Gründerin und Geschäftsführerin von RemoteCanteen, einer Marke der LBC Finance UG (haftungsbeschränkt). Lisa Benz liebt es, neue Rezepte auszuprobieren und Innovationen im Food-Bereich zu testen.

Kefir kaufen: Supermarkt, Kefirknollen oder Kefirferment im Vergleich

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Inhalt
  1. Die 3 Kaufoptionen für Kefir im Überblick
  2. Fertigen Kefir im Supermarkt und der Drogerie kaufen
  3. Kefirknollen und Kefirferment kaufen, um Kefir selbst herzustellen
  4. Worauf Sie beim Kefir-Kauf achten sollten
  5. Kaufen oder selbst herstellen: Was lohnt sich mehr?
  6. Häufige Fragen zum Kefir-Kauf

Kefir ist ein dickflüssiges fermentiertes Milchprodukt, das ursprünglich aus der Kaukasus-Region stammt und anders als Joghurt neben Milchsäurebakterien auch Hefen enthält. Wer Kefir kaufen möchte, hat drei grundverschiedene Optionen: trinkfertigen Kefir aus dem Supermarktregal, ein Kefirferment-Pulver aus dem Reformhaus oder Online-Shop, oder lebende Kefirknollen, mit denen Sie Ihren Kefir selbst herstellen. Alle drei führen zum gleichen Getränk, unterscheiden sich aber stark in Preis, Aufwand und davon, wie viele lebende Kulturen am Ende tatsächlich im Glas landen. Dieser Ratgeber vergleicht alle drei Wege mit echten, geprüften Preisen und zeigt, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Kurz zusammengefasst: Schnell und ohne Aufwand gibt es trinkfertigen Kefir im Supermarkt (Richtwert ca. 0,65-2,00 € pro 500 g). Wer regelmäßig größere Mengen trinkt oder mehr lebende Kulturen möchte, kauft stattdessen ein Kefirferment (ca. 13-15 € für bis zu 30 Liter) oder Kefirknollen (ca. 7-20 € im Starterset) und stellt den Kefir selbst her.

Die 3 Kaufoptionen für Kefir im Überblick

Vergleichsgrafik der drei Kefir-Kaufoptionen: trinkfertig, Kefirferment und Kefirknollen mit Preis und Aufwand.
Die drei Kaufoptionen für Kefir im Vergleich: Preis, Aufwand und Ergebnis.

Bevor Sie irgendetwas in den Warenkorb legen, lohnt sich ein Blick auf die grundsätzliche Entscheidung. Die drei Kaufoptionen unterscheiden sich vor allem in Aufwand und laufenden Kosten:

KaufoptionTypischer PreisAufwandErgebnis
Trinkfertiger Kefir (Supermarkt/Drogerie)ca. 0,65-2,00 € pro 500 g (Richtwert, standort- und händlerabhängig)keiner, sofort trinkbereitindustriell standardisiert, meist "Kefir, mild"
Kefirferment (Pulver)ca. 13-15 € für ein Set, das laut Herstellerangabe bis zu 30 Liter ergibtgering, ca. 24 Stunden Fermentationszeit pro Ansatztraditioneller Kefir, Ansatz 40-50 Mal wiederverwendbar
Kefirknollen (lebende Kultur)ca. 7-20 € für ein Starterset, Einzelangebote ab ca. 3 € für sehr kleine Mengenetwas höher, Knollen brauchen regelmäßige Pflegetraditioneller Kefir, Knollen wachsen und sind quasi unbegrenzt nutzbar
Preise Stand 27.10.2026, geprüft bei Amazon.de und im Preisvergleich bei idealo.de. Supermarktpreise schwanken je nach Händler und Region und sind daher als Richtwert zu verstehen.

Kurz zusammengefasst: Wer nur schnell ein Glas Kefir trinken will, kauft fertigen Kefir. Wer regelmäßig größere Mengen braucht und Wert auf traditionell fermentierten Kefir mit möglichst vielen lebenden Kulturen legt, kauft ein Kefirferment oder Kefirknollen und stellt den Kefir selbst her.

Fertigen Kefir im Supermarkt und der Drogerie kaufen

Trinkfertiger Kefir steht mittlerweile in praktisch jedem größeren Supermarkt im Kühlregal bei Joghurt und Buttermilch. Im Sortiment von REWE.de finden sich aktuell rund 46 Kefir- und Molkeprodukte verschiedener Marken, unter anderem Andechser Natur, REWE Bio, Berchtesgadener Land, Müller Kalinka, Milram, Schwälbchen, Paul Söbbeke, Danone Activia und die laktosefreie Variante MinusL. Auch Kaufland, Edeka und Drogerien wie dm führen vergleichbare Marken, meist in 250-g- bis 750-g-Packungen.

Ein konkreter, bundesweit gültiger Preis lässt sich nicht nennen, REWE selbst weist die Preise als standortabhängig aus. Nutzergemeldete Preise bei Vergleichsportalen wie SupermarktCheck.de liegen für Standardprodukte grob zwischen 0,65 € und 2,00 € pro 500-g- bis 1-kg-Packung (Stand der Abfrage 27.10.2026, indikativ, keine Garantie für den aktuellen Preis vor Ort). Eine Händlerübersicht von kaufDA listete zuletzt (Stand Dezember 2024, seitdem möglicherweise verändert) Beispielpreise wie Milbona Kefir mild bei Lidl für 0,59 € pro 500 g, Andechser Natur Kefir mild bei Edeka und REWE für 0,99 € pro 500 ml oder Mark Brandenburg Kefir mild bei Netto für 0,57 € pro 500 g. Solche Discounter-Produkte liegen damit tendenziell am unteren Ende, Bio- und Markenprodukte eher am oberen Ende der oben genannten Preisspanne.

Wer ohnehin online bestellt, findet bei Discountern wie Aldi auch einen Aldi-Lieferservice, über den sich Kefir bequem mitbestellen lässt, statt extra dafür in den Markt zu fahren.

Wichtig beim Griff ins Regal: Was im Supermarkt als "Kefir, mild" verkauft wird, ist industriell mit einer definierten Bakterien- und Hefemischung hergestellt, damit das Produkt immer gleich schmeckt. Das ist nicht dasselbe wie traditionell mit Kefirknollen fermentierter Kefir. "Kefir, mild" enthält in der Regel noch etwa 2,7 bis 3,9 Gramm Laktose pro 100 Gramm und ist damit bei Laktoseunverträglichkeit meist nicht geeignet, während traditioneller Kefir durch die längere Fermentation weitgehend laktosefrei wird. Wer lebende Kulturen sucht, sollte auf die Kennzeichnung "mit lebenden Milchsäurekulturen" achten und das Etikett auf Wärmebehandlung nach der Fermentation prüfen, denn diese würde die Kulturen abtöten.

Kefirknollen und Kefirferment kaufen, um Kefir selbst herzustellen

Wer näher am traditionellen Produkt bleiben möchte, kauft keinen fertigen Kefir, sondern eine Starterkultur und stellt den Kefir selbst her. Dafür gibt es zwei unterschiedliche Produkte.

Kefirknollen vs. Kefirferment: der Unterschied

Kefirknollen (auch Kefirpilz oder Kefirkörner genannt) sind lebende, gummiartige Klumpen aus Bakterien, Hefen, Proteinen und Polysacchariden. Sie werden einfach in Milch gegeben, fermentieren sie über ein bis zwei Tage und werden danach abgesiebt und wiederverwendet. Die Knollen wachsen dabei und verdoppeln ihre Masse bei Raumtemperatur etwa alle 14 Tage.

Kefirferment ist dagegen ein fast wasserfreies Pulver, wie es klassisch im Reformhaus oder in der Apotheke verkauft wird. Es bildet keine festen Knollen, lässt sich laut Herstellerangabe aber meist 40- bis 50-mal hintereinander neu ansetzen, bevor ein frisches Ferment nötig wird, und ist damit für den Einstieg unkomplizierter als die Pflege lebender Knollen.

Bei den Preisen zeigt sich eine große Spanne: Ein geprüftes Angebot für 10 Gramm Milchkefirknollen lag am 27.10.2026 bei 14,99 € (Amazon.de), ein Kefirferment-Set mit 6 x 5 Gramm, das laut Hersteller bis zu 30 Liter Kefir ergibt, bei 14,60 € (Amazon.de, selbes Datum). Im Preisvergleich von idealo.de reichte die Spanne für Kefirknollen-Starterkulturen von kleinen Einzelangeboten ab etwa 2,80 € bis zu umfangreicheren Sets mit Zubehör für knapp 37 €.

Beim Kauf von Kefirknollen über Marktplätze wie eBay, Etsy oder Amazon-Marketplace-Verkäufer lohnt sich etwas Vorsicht: Achten Sie auf Verkäuferbewertungen und aktuelle Rezensionen, da die Lebendkultur beim Versand Zeit unterwegs ist und die Qualität je Verkäufer schwanken kann. Spezialisierte Anbieter mit eigener Anleitung und Rezeptheft (zum Beispiel Fairment oder Kefirknolle.de) richten sich gezielt an Einsteiger und liefern meist ausführlichere Starthilfe als eine einfache Marktplatz-Auktion.

Zwei Details entscheiden dabei über die Erfolgschancen des ersten Ansatzes: Erstens sollten die Knollen in Starterflüssigkeit statt getrocknet verschickt werden, denn getrocknete Kulturen brauchen nach dem Kauf meist mehrere Anläufe, bis sie wieder ihre volle Aktivität erreichen. Zweitens lohnt ein Blick ins Kleingedruckte auf Zusatzstoffe oder Hilfsmittel, die bei einer naturbelassenen Starterkultur nicht nötig sind.

Worauf Sie beim Kefir-Kauf achten sollten

Egal für welche der drei Optionen Sie sich entscheiden, diese Punkte helfen bei der Auswahl:

  • Lebende Kulturen prüfen: Achten Sie auf Formulierungen wie "mit lebenden Milchsäurekulturen" auf der Verpackung. Wärmebehandelte Produkte mit langer Haltbarkeit enthalten oft keine lebenden Kulturen mehr.
  • Laktosegehalt beachten: Industrieller "Kefir, mild" enthält noch Laktose (ca. 2,7-3,9 g/100 g), traditionell fermentierter Kefir ist weitgehend laktosefrei. Bei Laktoseunverträglichkeit lohnt der Blick ins Kleingedruckte oder eine laktosefreie Variante wie MinusL.
  • Zuckergehalt bei Frucht-Varianten: Fruchtkefir aus dem Supermarkt kann deutlich mehr Zucker enthalten als Naturkefir, ein Vergleich der Nährwerttabelle lohnt sich.
  • Bio-Siegel als Orientierung: Viele Marken (Andechser Natur, Berchtesgadener Land, REWE Bio) bieten Bio-Varianten mit entsprechender Zertifizierung an.
  • Bei Starterkulturen auf Frische und Bewertungen achten: Je frischer die Knollen oder das Ferment beim Verkäufer, desto zuverlässiger gelingt der erste Ansatz. Kulturen in Starterflüssigkeit sind getrockneten vorzuziehen.

Kaufen oder selbst herstellen: Was lohnt sich mehr?

Rein finanziell rechnet sich das Selberherstellen schnell, wenn Sie regelmäßig Kefir trinken. Ein Kefirferment-Set für rund 14 € liefert laut Hersteller bis zu 30 Liter Kefir, das entspricht grob 0,47 € pro Liter an reinen Materialkosten, ohne die Milch selbst. Kefirknollen sind durch ihr Wachstum sogar praktisch unbegrenzt nutzbar, nach dem einmaligen Kauf fallen nur noch die Kosten für die Milch an.

Fertiger Supermarkt-Kefir kostet dagegen laufend und liegt je nach Marke und Region häufig im Bereich von 1,30 € bis 4,00 € pro Liter (umgerechnet aus den 500-g-/1-kg-Packungsgrößen der gängigen Marken). Dafür entfällt jeglicher Aufwand: kein Fermentieren, kein Absieben, keine Pflege einer lebenden Kultur.

Die ehrliche Antwort: Für den gelegentlichen Konsum ist fertiger Kefir aus dem Supermarkt die unkompliziertere Wahl. Wer Kefir täglich trinkt, Wert auf traditionelle Fermentation legt oder einfach Spaß am Selbermachen hat, kommt mit einem Kefirferment oder Kefirknollen günstiger weg und erhält zusätzlich mehr lebende Kulturen.

Häufige Fragen zum Kefir-Kauf

Ist es gesund, jeden Tag Kefir zu trinken?
Ein Glas Kefir am Tag gilt für gesunde Erwachsene allgemein als unbedenklich und wird traditionell so konsumiert. Die oft zitierte Aussage, Kefir verlängere das Leben, geht auf eine Veröffentlichung des Nobelpreisträgers Ilja Metschnikow aus dem Jahr 1908 zurück (Quelle: Wikipedia) und ist eine historische Hypothese, kein moderner medizinischer Beleg. Bei bestehenden Vorerkrankungen oder Unsicherheiten sprechen Sie im Zweifel mit einer Ärztin oder einem Arzt. Allgemeine Tipps für eine ausgewogene Ernährung finden Sie auch in unserem Ratgeber zur gesunden Ernährung.

Welcher Kefir hat lebende Kulturen?
Traditionell mit Kefirknollen oder Kefirferment selbst hergestellter Kefir enthält zuverlässig lebende Kulturen, solange er nicht erhitzt wird. Bei fertigem Supermarkt-Kefir hilft ein Blick auf die Verpackung: Produkte mit dem Hinweis "mit lebenden Milchsäurekulturen" und kurzer Haltbarkeit sind eher ungekühlt haltbaren, wärmebehandelten Produkten vorzuziehen.

Was ist die Alternative zu Kefir?
Als nächste Verwandte im Kühlregal gelten Joghurt, Buttermilch und Skyr. Wer speziell die probiotischen Kulturen von Kefir sucht, ohne ihn selbst zu fermentieren, kann auch auf Produkte mit ähnlichen Starterkulturen wie Wasserkefir ausweichen, der statt Milch auf Zuckerwasser basiert.

Was ist gesünder, Kefir oder Joghurt?
Beide sind fermentierte Milchprodukte mit Milchsäurebakterien, Kefir enthält durch die zusätzliche Hefegärung aber typischerweise eine größere Vielfalt an Mikroorganismen und je nach Reifegrad auch etwas Kohlensäure und Spuren von Alkohol. Joghurt ist dafür meist milder im Geschmack und ebenso weit verbreitet verfügbar. Pauschal "gesünder" lässt sich keines der beiden Produkte nennen, die Wahl ist vor allem Geschmackssache und hängt vom gewünschten Kultur-Spektrum ab.